St. Johannes vor dem Lateinischen Tore

Am 9. September 941 schenkte der Kölner Erzbischof Wichfried zwei Höfe und das umliegende Ackerland auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils (Bugchilomunti) den Nonnen von St. Cäcilien.

Einer der Höfe, später Cäcilienhof genannt, befand sich auf dem Gebiet Bocklemünds, der andere — der Dohmenhof — auf dem Gebiet des heutigen Mengenich.

Diese Schenkung gilt als die erste urkundliche Erwähnung von Bocklemünd unter dem Namen Bugchilomunti. (Quelle: WIKIPEDIA)

 

An der Grevenbroicher Straße Ecke Andreas-Muhr-Straße erinnert noch ein Wegkreuz an die alte Pfarrkirche St. Johannes A.P.L. („vor dem lateinischen Tore“) die an dieser Stelle von 941 bis 1855 in Mitte des Friedhofs gestanden hat.

In einem Verzeichnis aller Pfarrkirchen in der Erzdiözese Köln aus dem 14. Jahrhundert ist über die Kirche von Bocklemünd Folgendes vermerkt: »Buchelmunthe, Pfarrkirche mit dem Titel des hl. Johannes ante portam Latinam (vor dem Lateinischen Tore).« Die Namen der Pfarrer sind seit 1417 fast lückenlos überliefert. Kirchenbuchaufzeichnungen sind ab der Zeit des 17. Jahrhunderts erhalten. Aus der Zeit 1600 – 1800 liegen sowohl Urkunden als auch historische Notizen vor.

Hieraus ergibt sich, dass zu dieser Zeit im Bereich der Pfarre, die die Orte Bocklemünd, Mengenich und Nüssenberg mit rund 250 Seelen umfasste, 8 Höfe und 23 Wohnhäuser standen. Da die alte Kirche an der Grevenbroicher Straße nicht einmal ein Drittel der Gläubigen fasste und der Standort nicht erweiterungsfähig war, wurde 1845 unter dem seit diesem Jahr amtierenden Pfarrer Michael Josef Zinken ein Neubau der Kirche an einer anderen Stelle beschlossen.

Der Kommunalbaumeister Schildgen wurde mit der Planung beauftragt. 1847 wurde das Grundstück an der Venloer Straße erworben. Aus den Archivunterlagen der Pfarre geht hervor, dass damals nicht alle Pfarrangehörigen mit der Wahl des Standortes für die neu zu errichtende Pfarrkirche einverstanden waren. Obwohl der Bauplatz bereits erworben war, beauftragten Mengenicher Bürger den Kommunalbaumeister Schildgen mit einem Gutachten, in dem festgestellt wurde, dass die neue Kirche sinnvollerweise an der Mengenicher Straße gegenüber dem Friedhof gebaut werden sollte. Der Kirchenvorstand entschied sich jedoch dafür, den Neubau auf dem bereits erworbenen Grundstück an der Venloer Straße zu errichten. 1850 endlich wurde der Planungsauftrag vergeben, jedoch nicht an Schildgen, sondern an den damaligen Domwerkmeister Vinzenz Statz, der eine Kirche im neugotischen Stil vorsah. 1851 fand die Grundsteinlegung statt, 1853 wurde die Kirche eingeweiht.

Blick auf das Hauptportal von der Einfahrt Venloer Strasse